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Dokumentation 100 Jahre Alpe Rauz

Alpstall ermöglicht nicht nur ein schnelleres Einstallen bei Schneewetter, sondern auch ein leichteres Sortieren des Viehs zur Alpabfahrt.“ Zur heutigen Situation und Bestossung der Alpe Rauz führt er weiter aus: „Die Alpweiden haben in den letzten Jahren gelitten. Der Wintertourismus kann nicht zurückgehalten werden, doch es ist wichtig, dass die Alpe wieder zur Ruhe kommt und die Alpwirtschaft nicht durch noch mehr Bauten und Pisten weiter beeinträchtigt wird. Die Gemeinde Gamprin war mit der Skiliftgesellschaft bisher grosszügig und es bleibt zu hoffen, dass mit der Erfüllung und dem Abschluss der früheren Tauschverträge künftig anders verhandelt wird. Hart betroffen haben mich auch persönlich die Verfügungen des Veterinäramtes, die wegen der Feststellung des TBC-Erregers bei einem Stück Alpvieh aus der Ostschweiz angeordnet wurden. Für mich war das ein Schock, als drei Tiere vom Hof weggeführt und geschlachtet wurden. Noch schlimmer war es, als sich im Nachhinein bei der Untersuchung herausstellte, dass die getöteten Tiere keine Tuberkulose aufwiesen und gesund waren. Die veterinären Kontrollen und Methoden zur Voruntersuchung der Tiere erwiesen sich als nicht zuverlässig. Die anderen Bauern und ich, welche wir mit unserem Vieh die Alpe Rauz bestossen, wissen heute noch nicht, wie es im nächsten Jahr mit der Sömmerung weitergeht. Sorgen mache ich mir deshalb bezüglich der künftigen Bestossung der Alpe Rauz, weil die Übertragung des TBC-Erregers auf den österreichischen Alpen noch nicht eingedämmt ist. Es sind offenkundig auch andere Alpen betroffen und das dortige Vieh unterliegt nicht den strengen veterinären Kontrollen und Impfungen wie unser Vieh. Die Gefahr der Übertragung der Tuberkulose durch das Wild ist durch die eingeleiteten Massnahmen, wie die Abgrenzung der Futterstände und Salzstellen und die Kontrolluntersuchungen beim erlegten Wild, noch nicht restlos gebannt. Ich wünsche mir, dass die zuständigen Behörden die Ursachen dieses Problems klar erkennen und rasch die entsprechenden Massnahmen zum Schutz des Viehs und der Alpwirtschaft ergreifen.“ Zum weiteren Bestand der Alpe Rauz findet es Anton Marxer entscheidend, dass die volle Bestossung der Alpe weiterhin gewährleistet und auf die Anstellung zuverlässiger Hirten geachtet wird: „Die Alpe Rauz hat bei einer weiteren Bestossung mit 200 Stück Vieh auch künftig gute Chancen, da bei dieser Grösse qualifiziertes Alppersonal eingestellt und bezahlt werden kann. Entscheidend wird auch sein, wie weit die Alpe Rauz von der Gampriner Bevölkerung mitgetragen wird, sei dies durch ihre aktive Teilnahme an Räumtagen oder an anderen Anlässen. So sollte das 100-jährige Jubiläum unseren Einwohnern die Alpe Rauz wieder näher bringen und zu einer Anteilnahme führen, die über die Festlichkeiten des Jahres 2014 hinausgeht.“ 157


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